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Was ist meine Firma wert? Die wichtigsten Bewertungsverfahren im Überblick

Sie sitzen im Büro Ihres Unternehmens und fragen sich: „Was ist meine Firma wirklich wert?“

Das ist eine der wichtigsten Fragen, die ein Unternehmer jemals stellen kann. Und die Antwort ist selten einfach. Nicht, weil es schwierig ist, sondern weil es mehrere richtige Antworten gibt – je nachdem, welche Methode man verwendet.

Ein Unternehmen kann gleichzeitig 5 Millionen EUR, 7 Millionen EUR und 9 Millionen EUR wert sein. Und alle drei Zahlen könnten korrekt sein. Nur für verschiedene Zwecke.

Dieser Beitrag zeigt Ihnen die wichtigsten Bewertungsverfahren und wann Sie welche einsetzen sollten.


Die vier Bewertungsfamilien: Ein schneller Überblick

Bevor wir ins Detail gehen, hier die vier großen Familien von Bewertungsverfahren:

FamilieLogikBeste fürBeispiele
MarktwertorientiertWas zahlen Käufer für ähnliche Unternehmen?Schnelle Orientierung, VergleichbarkeitMultiplikatorverfahren, Börsenvergleich
ErtragsorientiertWas verdient das Unternehmen zukünftig?Realistische Bewertung, KäuferperspektiveErtragswertverfahren, DCF
SubstanzorientiertWas sind die Vermögenswerte wert?Untergrenze, BilanzwerteNettovermögensmethode, Substanzwert
ZukunftsorientiertWie werden die Cashflows in 10+ Jahren aussehen?Großunternehmen, InvestorenDCF (Discounted Cash Flow)

Die Wahrheit: In der Praxis nutzen professionelle Käufer alle vier gleichzeitig und rechnen sich einen Wertekorridor aus. Der Unternehmenswert liegt dann irgendwo zwischen dem unteren und oberen Rand – und wird durch Verhandlung final bestimmt.


Methode 1: Das Multiplikatorverfahren (Multiple Method) – Die schnelle Orientierung

Was ist ein Multiple?

Ein Multiple ist ein Faktor, mit dem Sie eine Kennzahl Ihres Unternehmens multiplizieren, um den Kaufpreis zu schätzen.

Die Formel:

Unternehmenswert = Finanzkennzahl × Multiple

Beispiel:

  • Ihr EBITDA: 500.000 EUR
  • Markt-Multiple: 4x
  • Unternehmenswert: 2.000.000 EUR
Die wichtigsten Multiples im Mittelstand

EBITDA Multiple (Das Standardverfahren)

  • EBITDA = Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation, Amortization
  • Einfach ausgedrückt: Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
  • Warum EBITDA? Weil es die operative Ertragskraft zeigt, unabhängig von:
    • Unterschiedlichen Steuerstrukturen
    • Unterschiedlichen Verschuldungsgraden
    • Unterschiedlichen Abschreibungszyklen (neue vs. alte Maschinen)

Typische Multiples im deutschen Mittelstand (2024/2025):

  • 4-7x EBITDA für stabile, profitable Unternehmen
  • Kleine Unternehmen (< 1 Mio EUR EBITDA): eher 2-3x
  • Mittlere Unternehmen (1-5 Mio EUR EBITDA): 4-6x
  • Größere Unternehmen (> 5 Mio EUR EBITDA): 5-7x+

Was beeinflusst den Multiple?

✅ Höhere Multiples, wenn:

  • Hohe Wachstumsraten (+ 0,5-1,0x für 15%+ Wachstum)
  • Stabile, diversifizierte Kundenbasis
  • Unique Selling Proposition (USP) oder Patente
  • Erfahrenes Management Team
  • Digitalisierter Prozess
  • Strategische Käufer mit Synergien

❌ Niedrigere Multiples, wenn:

  • Stark zyklisches Geschäftsmodell
  • Abhängigkeit von einzelnen Kunden
  • Schlecht dokumentierte Prozesse
  • Gründer abhängig („Key Person Risk“)
  • Technologisch veraltet
  • Hohe Fluktuation
Beispiel: Warum derselbe Multiple für zwei Unternehmen völlig unterschiedlich ist

Unternehmen A: IT-Service mit 1 Mio EUR EBITDA

  • 30% Kundenkonzentration (Top 3 Kunden = 30% Umsatz)
  • Gründer (50er) ist noch stark operativ involviert
  • Prozesse: Teilweise digital, teilweise Papier
  • Wachstum: 3% p.a.
  • Multipel: 3x EBITDA = 3 Mio EUR

Unternehmen B: IT-Service mit 1 Mio EUR EBITDA (derselbe Umsatz)

  • 10% Kundenkonzentration (Kunden gut verteilt)
  • Management Team etabliert, Gründer kann sich zurückziehen
  • Prozesse: Vollständig digitalisiert
  • Wachstum: 12% p.a.
  • Multiple: 5,5x EBITDA = 5,5 Mio EUR

Differenz: 2,5 Millionen EUR – auf dieselbe EBITDA!

Das zeigt: Der Multiple ist nicht der Preis. Die Qualität des Unternehmens ist der Preis.

EBIT Multiple (Das Kontrollverfahren)

Zusätzlich zum EBITDA Multiple wird oft auch der EBIT Multiple berechnet:

EBIT = Earnings Before Interest and Taxes (ohne Abschreibungen)

Warum zwei Multiples?

Gute Käufer nutzen beide, um Konsistenz zu checken.

Wenn EBITDA und EBIT stark auseinanderfallen, stellt sich die Frage: Warum? Sind die Abschreibungen unangemessen? Muss das Unternehmen bald renoviert werden? Ist die Kapitalintensität unerwartet hoch?

Im Praxis-Gespräch: „Ihr EBITDA Multiple sieht gut aus. Aber die Abschreibungen sind ungewöhnlich hoch – das macht mich skeptisch. Können Sie das erklären?“

Vorteile des Multiplikatorverfahrens

✅ Schnell – Ergebnis in 5 Minuten
✅ Marktnah – Basiert auf realen Transaktionen
✅ Verständlich – Auch Nicht-Finanzleute verstehen „6x EBITDA“
✅ Orientierend – Gibt Ihnen schnell ein Gefühl für den Ballpark
✅ Verhandelbar – Mit Käufern leicht zu diskutieren

Nachteile des Multiplikatorverfahrens

❌ Zu simpel – Reduziert Komplexität zu sehr
❌ Kontextlos – Berücksichtigt nicht Zukunftschancen (Risiken)
❌ Anfällig – Käufer können Zahlenspiele spielen („Ihr EBITDA ist bereinigt, aber mein Multiple sieht unbereinigte Zahlen vor“)
❌ Marktabhängig – Multiples schwanken mit Konjunktur, Branche, Zinsen
❌ Ungenau für Einzelfälle – Nicht jedes Unternehmen in der Branche ist gleich

Wann Sie das Multiplikatorverfahren nutzen sollten

👉 Schnelle Orientierung – „Wie viel bin ich wert?“
👉 Verhandlungen – Als Basis für Kaufpreisdiskussionen
👉 Branchenpräsentation – „Der Markt zahlt 5-7x EBITDA“
👉 Vorverkaufs-Planung – Bevor die formale Bewertung stattfindet


Methode 2: Das Ertragswertverfahren – Der deutsche Standard

Was ist das Ertragswertverfahren?

Dies ist Deutschlands Standard-Bewertungsmethode – und wird auch als Basis für rechtlich verbindliche Bewertungen (IDW S1) verwendet.

Die Logik: Ein Unternehmen ist so viel wert, wie es zukünftig verdient.

Wie es funktioniert

Schritt 1: Überschuss-Ermittlung

  • Prognose der Gewinne für die nächsten 5-10 Jahre
  • Basis: Vergangenheit (letzte 3 Jahre) + geplante Entwicklung
  • Realistische Annahmen für Wachstum, Kosten, Marktveränderungen

Schritt 2: Kapitalisierungszinssatz bestimmen

  • Dieser Satz ist der Schlüsselfaktor – er bestimmt, wie viel ein Future-Euro heute wert ist
  • Typisch: 6-12% je nach:
    • Branche (Low-Risk-Branchen: 6-8%, High-Risk: 10-12%)
    • Unternehmensgröße (große = sicherer = niedriger Satz)
    • Marktbedingungen (Zinsen)
    • Spezifische Risiken (Kundenabhängigkeit, Gründerabhängigkeit)

Schritt 3: Abzinsung auf Barwert

  • Die prognostizierten zukünftigen Gewinne werden mit dem Kapitalisierungszinssatz „diskontiert“ (auf heutigen Wert reduziert)
  • Beispiel: 1 EUR in 5 Jahren ist heute bei 8% Kapitalisierungszinssatz nur noch 0,68 EUR wert

Schritt 4: Summe bilden

Ertragswert = Σ(Prognose-Gewinne / (1 + Kapitalisierungszinssatz)^Jahre)
Beispiel aus der Praxis

Metallverarbeiter mit 2 Mio EUR Umsatz, 400.000 EUR EBIT:

Annahmen:

  • Gewinn nächste 5 Jahre: 400.000 EUR/Jahr (stabil)
  • Kapitalisierungszinssatz: 8% (mittelständisches Risiko)
  • Ab Jahr 6: Ewige Rente mit 2% Wachstum

Berechnung:

Jahr 1: 400.000 / 1,08^1 = 370.400 EUR
Jahr 2: 400.000 / 1,08^2 = 342.900 EUR
Jahr 3: 400.000 / 1,08^3 = 317.900 EUR
Jahr 4: 400.000 / 1,08^4 = 294.200 EUR
Jahr 5: 400.000 / 1,08^5 = 272.400 EUR

Terminal Value (ewige Rente): (400.000 × 1,02) / (0,08 - 0,02) = 6.800.000 EUR
Diskontierter Terminal Value: 6.800.000 / 1,08^5 = 4.625.200 EUR

Ertragswert: 370.400 + 342.900 + 317.900 + 294.200 + 272.400 + 4.625.200
= 6.223.000 EUR

Das Unternehmen ist etwa 6,2 Mio EUR wert.

(Mit Multiple-Methode: 400.000 × 5 = 2 Mio EUR – bedeutend niedriger! Dies zeigt, warum Käufer beide Methoden nutzen.)

Vorteile des Ertragswertverfahrens

✅ Theoretisch korrekt – Basiert auf dem Gedanken: „Dafür zahle ich, dass das Unternehmen verdient“
✅ Zukunftsorientiert – Berücksichtigt Wachstum und Chancen
✅ Risikobewusst – Der Kapitalisierungszinssatz reflektiert Risiken
✅ Rechtlich anerkannt – IDW S1 Standard, gilt vor Gericht
✅ Detailliert – Erzwingt realistische Annahmen

Nachteile des Ertragswertverfahrens

❌ Sehr annahmeabhängig – Kleine Änderung des Kapitalisierungszinssatzes = großer Wertunterschied
❌ Zeitaufwändig – Erfordert detaillierte Finanzprognose
❌ Subjektiv – Wer macht die Prognose? Der Verkäufer? Ein Berater? Sie unterscheiden sich.
❌ Unsicher bei Startups/High-Growth – Die weitere Zukunft ist zu spekulativ
❌ Terminal-Value-Problem – Die „ewige Rente“ nach Jahr 5-10 macht oft > 60% des Wertes aus (= große Unsicherheit)

Wann Sie das Ertragswertverfahren nutzen sollten

👉 Formale Bewertung – Notwendig für rechtliche Prozesse, Finanzamt, Banker
👉 Nachfolgeregelung – Zur Festlegung des Kaufpreises für Familiennachfolge
👉 Bewertungsstreit – Wenn Sie und der Käufer sich nicht einigen können
👉 Finanzierungshilfe – Banks wollen das Ertragswertverfahren sehen


Methode 3: Discounted Cashflow (DCF) – Das Hochpräzisions-Verfahren

Was ist DCF?

Eine Weiterentwicklung des Ertragswertverfahrens, die nicht Gewinne, sondern freie Cashflows diskontiert.

Der Unterschied zu Gewinnen:

  • Gewinn = rechnerisch (EBIT, mit Abschreibungen etc.)
  • Cashflow = reales Geld, das das Unternehmen verdient und zur Verfügung hat

Warum ist das wichtig?

  • Ein Unternehmen kann einen hohen Gewinn ausweisen, aber keinen Cashflow haben (z.B. wenn viel in Maschinen investiert wird)
  • Ein Käufer zahlt für reale Geldflüsse, nicht für Buchhaltungsgewinne
Wie DCF funktioniert

Schritt 1: Freie Cashflows prognostizieren

Betriebsergebnis (EBIT)
– Steuern
= Netto-Betriebsergebnis (NOPAT)
+ Abschreibungen (nicht-zahlungs-wirksam)
– Investitionen (Capex)
+/– Veränderung Umlaufvermögen
= Freier Cashflow (FCF)

Schritt 2: Diskontierungssatz (WACC) ermitteln

Der WACC (Weighted Average Cost of Capital) ist der gewichtete Durchschnitt von:

  • Eigenkapitalkosten (Was würde ein Investor verlangen? Typisch 10-15%)
  • Fremdkapitalkosten (Was kostet Bankkredite? Typisch 3-6%)

Das Gewicht hängt davon ab, wie das Unternehmen finanziert ist.

Schritt 3: Cashflows abzinsen

Wie beim Ertragswertverfahren: zukünftige Cashflows werden abgezinst.

Schritt 4: Terminal Value

Der Wert nach der Prognose-Phase wird geschätzt (typisch mit Gordon Growth Model: perpetual growth).

Schritt 5: Zusammenfassung

DCF-Wert = Σ(FCF_t / (1+WACC)^t) + Terminal Value / (1+WACC)^n
Beispiel: E-Commerce Unternehmen mit DCF

Annahmen:

  • Prognose-Periode: 5 Jahre
  • Freie Cashflows Jahr 1-5: 300k, 350k, 400k, 450k, 500k EUR
  • WACC: 9%
  • Terminal Growth Rate: 2%
  • Terminal Value Cashflow (Jahr 6): 500k × 1,02 = 510k EUR

Berechnung:

PV(CF1) = 300.000 / 1,09^1 = 275.229 EUR
PV(CF2) = 350.000 / 1,09^2 = 294.784 EUR
PV(CF3) = 400.000 / 1,09^3 = 308.898 EUR
PV(CF4) = 450.000 / 1,09^4 = 318.454 EUR
PV(CF5) = 500.000 / 1,09^5 = 324.743 EUR

Terminal Value = 510.000 / (0,09 - 0,02) = 7.285.714 EUR
PV(Terminal Value) = 7.285.714 / 1,09^5 = 4.736.849 EUR

DCF-Wert = 275.229 + 294.784 + 308.898 + 318.454 + 324.743 + 4.736.849
= 6.258.957 EUR ≈ 6,3 Mio EUR
Vorteile des DCF

✅ Realistisch – Basiert auf echten Geldflüssen, nicht auf Buchhaltung
✅ International Standard – Überall akzeptiert (auch im Ausland)
✅ Flexibel – Kann für verschiedene Szenarien gerechnet werden (Best/Base/Worst Case)
✅ Sensitivitätsanalyse – Zeigt, welche Annahmen den Wert am meisten beeinflussen

Nachteile des DCF

❌ Sehr komplex – Erfordert gute Finanzmodellierung
❌ Kleine Änderungen = großer Impact – WACC um 0,5% = bis zu 15% Wertänderung
❌ Zukunftsabhängig – Terminal Value oft > 60% des Gesamtwertes
❌ Schwer zu verstehen – Nicht-Finanzleute haben Schwierigkeiten damit

Wann Sie DCF nutzen sollten

👉 Große Unternehmen – > 10 Mio EUR Umsatz
👉 Investor-Pitches – Private Equity erwartet DCF
👉 Fusionen & Übernahmen – M&A-Standard
👉 Szenario-Analysen – „Was wäre wenn…?“


Methode 4: Substanzwertverfahren – Die Untergrenze

Was ist der Substanzwert?

Die Untergrenze eines Unternehmens: Was sind die realen Vermögenswerte wert?

Substanzwert = Vermögenswerte – Schulden

Berechnet anhand von Marktwerten, nicht Buchwerten:

  • Maschinen: Nicht zu Buchwert (4 Jahre abgeschrieben), sondern zu aktuellem Marktwert
  • Immobilien: Nicht zu historischem Kaufpreis, sondern zu aktuellem Marktwert
  • Lagerbestände: Zu Verkaufswert, nicht Einkaufswert
  • Forderungen: Zu realistischem Einzugswert (mit Risikoabschlag)
Beispiel

GmbH mit klassischer Bilanz:

Maschinen (Buchwert)       100.000 EUR
Immobilie (Buchwert)       200.000 EUR
Lager (Buchwert)           50.000 EUR
Forderungen (Buchwert)     100.000 EUR
Bankguthaben               50.000 EUR

Substanzwert (Marktwert):

Maschinen (aktueller Marktwert)     180.000 EUR (nicht 100.000)
Immobilie (aktueller Marktwert)     450.000 EUR (nicht 200.000)
Lager (Verkaufswert bereinigt)      35.000 EUR (nicht 50.000)
Forderungen (Einzugswert)           85.000 EUR (nicht 100.000, 15k Risiko)
Bankguthaben                        50.000 EUR
= Vermögen                          800.000 EUR

Abzüglich Schulden                  200.000 EUR
= Substanzwert                      600.000 EUR
Vorteile

✅ Sicher – Basiert auf realen, überprüfbaren Werten
✅ Untergrenze – Sie wissen, dass Sie mindestens diesen Betrag wert sind
✅ Liquidations-Sicherheit – Wenn alles verkauft würde: wie viel bleibt?

Nachteile

❌ Viel zu niedrig – Berücksichtigt nicht den Going-Concern-Wert (das, was das Unternehmen verdient)
❌ Ignoriert immaterielle Werte – Kundenbasis, Marke, Prozesse, Knowhow
❌ Für Unternehmen oft irrelevant – Ein Service-Unternehmen mit wenig Vermögen ist trotzdem wertvoll

Wann Sie den Substanzwert nutzen sollten

👉 Liquidationsszenario – „Was bleibt, wenn das Unternehmen geschlossen wird?“
👉 Sicherheitscheck – Um sicherzugehen, dass der Käufer nicht zu wenig zahlt
👉 Vermögenslastige Unternehmen – Einzelhandel, Gastronomie, Produktion


Vergleich: Welche Methode für welchen Fall?

SituationBeste MethodeGrund
Schnelle Orientation „Was bin ich wert?“Multiplikatorverfahren5 Minuten, verständlich
Bankfinanzierung, KreditErtragswertverfahren (IDW S1)Banks akzeptieren nur das
Family Office, Nachfolge in FamilieErtragswertverfahren + SubstanzwertRechtssicherheit
Private Equity GesprächeDCF + MultiplikatorInvestoren-Standard
Szenario-Analysen (Best/Base/Worst)Sensitivitäts-DCFZeigt Bandbreite
Vermögensbasierte UnternehmenSubstanzwert + ErtragswertDual-Track
Streit mit KäuferAlle vier zusammenRichter akzeptiert Multi-Methoden

Die versteckte Wahrheit: Bewertung ist nicht Verkaufspreis

Hier ist das Wichtigste, das Unternehmer verstehen müssen:

Ihr berechneter Wert = nicht der Preis, den Sie bekommen.

Der tatsächliche Verkaufspreis wird bestimmt durch:

  1. Ihre Verhandlungsmacht – Haben Sie 5 Käufer oder nur einen?
  2. Die Käuferkohorten – Strategische Käufer zahlen 20-30% mehr als Finanzinvestoren
  3. Marktbedingungen – In guten Zeiten zahlen alle mehr
  4. Ihre Dringlichkeit – Brauchen Sie das Geld jetzt oder haben Sie Zeit?
  5. Immaterielle Faktoren – „Ich liebe dieses Unternehmen“ = Preis steigt

Ein Beispiel:

Ein SaaS-Unternehmen mit 1 Mio EUR EBITDA:

  • Multiplikator-Wert: 1 Mio × 6 = 6 Mio EUR
  • DCF-Wert: 7,2 Mio EUR
  • Mit nur 1 Käufer: Verkauf für 5,2 Mio EUR (Käufer hat Macht)
  • Mit 5 Käufern (Wettbewerb): Verkauf für 8,5 Mio EUR (Käufer konkurrieren)

Differenz durch Verhandlungsmacht: 3,3 Millionen EUR.

Das ist, warum professionelle M&A-Beratung so viel wert ist: Sie bauen Wettbewerb auf zwischen mehreren Käufern. Das ist oft günstiger als der beste Bewertungsbericht.


JustValued: Bewertung ist der erste Schritt, nicht das Ziel

An dieser Stelle wollen wir ehrlich sein: JustValued ist nicht neutral.

Aber JustValued hat auch gelernt, dass Bewertung eine notwendige Kondition ist, nicht das Ziel. Das Ziel ist der bestmögliche Verkauf.

Hier ist, was JustValued anders macht:

✅ Bewertung mit Käuferperspektive – Nicht „Was ist es theoretisch wert?“ sondern „Was zahlt der Markt wirklich?“
✅ Multi-Methoden-Ansatz – Wir rechnen alle vier Verfahren und zeigen Ihnen die Spannbreite
✅ Emotionale Dimension – Ein Unternehmen ist nicht nur eine Bilanz, es ist Ihr Lebenswerk
✅ Wettbewerbs-Aufbau – Die beste Bewertung nützt nichts, wenn nur ein Käufer vorhanden ist

Das Beispiel oben (6 Mio vs. 8,5 Mio EUR durch Wettbewerb)? Das ist keine Theorie. Das ist das, was wir jeden Tag erleben.

Der beste Bewertungsbericht der Welt hilft nichts, wenn Sie mit 1 Käufer verhandeln. Der beste Verkaufsprozess hilft, wenn Sie 5 Käufer im Spiel haben.

Kostenlose Erstberatung bei JustValued: www.justvalued.com


Häufige Fehler bei der Bewertung

Fehler 1: „Ich habe eine Bewertung, also ist das der Preis, den ich bekomme“

Das Problem: Eine Bewertung ist eine Fußnote. Der Preis ist eine Verhandlung.

Die Lösung: Nutzen Sie die Bewertung als Verhandlungsgrundlage, nicht als Verkaufspreis. Wenn Sie 6 Mio EUR bewertet sind und 5 Mio EUR angeboten bekommen, wissen Sie, dass Sie wahrscheinlich mehr rausholen können.

Fehler 2: „Der Multiple ist der Preis“

Das Problem: Ein 5x Multiple ist kein Verkaufsargument, wenn Ihr Unternehmen die Voraussetzungen für 5x nicht erfüllt.

Die Lösung: Verstehen Sie, warum ein Multiple gilt. Dann können Sie es verändern (indem Sie das Unternehmen verbesserst, bevor Sie es verkaufen).

Fehler 3: „Ich rechne DCF und das ist die Wahrheit“

Das Problem: DCF basiert auf Prognosen. Prognosen sind Rätselraten.

Die Lösung: Rechnen Sie Szenarien (Best/Base/Worst Case) und nutzen Sie DCF als Bandbreite, nicht als Punktwert.

Fehler 4: „Ich ignoriere die Substanzwerte“

Das Problem: Ein Asset-basiertes Unternehmen (Einzelhandel, Gastronomie) hat hohe Vermögenswerte. Wenn das Ergebnis schwach ist, stützt der Substanzwert den Preis.

Die Lösung: Nutzen Sie immer Multiplikatorverfahren + Ertragswertverfahren + Substanzwert zusammen.

Fehler 5: „Ich habe eine theoretisch hohe Bewertung, aber niemand zahlt das“

Das Problem: Ihre DCF-Rechnung zeigt 10 Mio EUR, aber die Marktmultiples geben nur 7 Mio EUR her.

Die Lösung: Das ist kein Fehler in der Berechnung, sondern ein Signal: Der Markt traut Ihren Wachstumsprognosen nicht. Das ist ein Käufersignal. Hören Sie hin.


Ihr nächster Schritt

Sie sind jetzt in einer dieser Positionen:

Position A: „Ich will wissen, was ich grob wert bin“

→ Nutzen Sie das Multiplikatorverfahren. Fragen Sie in Ihrer Branche nach dem üblichen Multiple. Multiplizieren Sie Ihren EBITDA. Fertig. (Aber: Das ist eine Faustregel, nicht exakt.)

Position B: „Ich will eine seriöse Bewertung für Banken/Familie“

→ Nutzen Sie das Ertragswertverfahren. Das ist der deutsche Standard (IDW S1). Arbeiten Sie mit einem zertifizierten Bewerter. Das kostet 3-8k EUR, aber es ist rechtssicher.

Position C: „Ich plane einen Verkauf in 1-2 Jahren“

→ Starten Sie eine Multi-Methoden-Bewertung mit professioneller M&A-Beratung. Das macht keinen Sinn, wenn es nur um eine Zahl geht. Es macht Sinn, wenn es darum geht, den optimalen Kaufpreis im Markt zu erzielen. JustValued hat für Sie eine kostenlose Erstberatung parat.

Position D: „Ich bin mit meiner aktuellen Bewertung nicht zufrieden“

→ Fragen Sie: Warum nicht? Ist die Berechnung falsch? Ist die Markterwartung zu niedrig? Ist das Unternehmen nicht so wertvoll wie angenommen? Das klären Sie in einem Gespräch mit einem Experten, nicht durch Nachrechnen der Formel.


Merksatz

Ein Unternehmen ist nicht einen bestimmten Betrag wert. Es ist einen Bereich wert – und dieser Bereich wird durch die richtige Strategie und Verhandlung ausgefüllt.

Die beste Bewertung nutzt nichts, wenn Sie mit dem falschen Käufer verhandeln. Der beste Käufer zahlt mehr, wenn Sie andere Optionen haben.

Bewertung ist der erste Schritt. Strategie ist der zweite. Verkauf ist der dritte.


Über JustValued

Bei JustValued verstehen wir: Unternehmensbewertung ist nicht akademisch, sie ist praktisch. Wir haben 50+ Exits begleitet. Wir wissen, was Käufer wirklich zahlen – und wie Sie den höchsten Preis erzielen.

Unsere Bewertungen nutzen alle vier Methoden und zeigen Ihnen nicht nur einen Zahlenwert, sondern auch, wie Sie ihn im Markt realisieren.

Kostenlose Erstberatung: www.justvalued.com

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